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03.07.08 11:14

Parodontitis heute

Eine kritische Einschätzung von NETZWERK-Sprecher Dirk Brandl...mehr

Parodontitis gehört zu den häufigsten Erkrankungen weltweit, Tendenz steigend. Angesichts dieser von niemandem bestrittenen Tatsache sei hier die Frage erlaubt, was denn eigentlich getan wird, um diese Krankheit in den Griff zu bekommen?
Das ganze Gebiet scheint undurchdringlich wie ein Dschungel, viele Interessen kommen zusammen, die nicht immer nur das Wohl des Patienten im Auge haben. Dennoch sind einseitige Schuldzuweisungen nicht angebracht, vielmehr ist Nüchternheit und Augenmaß bei der Analyse gefordert.

Beginnen wir mit der Analyse der Forschung: Ursachen, Diagnoseverfahren und bisherige Therapien sind bislang trotz zahlreicher Studien nur rudimentär erforscht, zumindest haben sie lediglich zum Status quo geführt. Um ein Beispiel zu bringen: Die DFG fördert gerade mit 500 Mill. Eur eine Studie unter Federführung der Universität Münster. Ich möchte hier dieses Forschungsvorhaben überhaupt nicht kritisieren, ich halte es im Gegenteil für notwendig. Trotzdem können wir hier einmal über die Auswirkungen etwaiger Ergebnisse spekulieren: Was passiert, wenn tatsächlich einige Antibiotika zum Mindesten in schweren oder akuten Fällen hilfreich sein sollten? Ist überhaupt jemandem klar, welche Auswirkungen auf das Gesundheitssystem, auf unsere Umwelt, auf das Immunsystem der Patienten eine um ein Vielfaches gesteigerte Verabreichung von Antibiotika haben würde?
Tendenziell können wir allerdings eher davon ausgehen, dass Antibiotika als Therapieoption nur in Ausnahmefällen zukünftig eingesetzt werden. Dies würde bedeuten, dass diese Studie den Nachweis erbringt, dass die früher als mögliche hoffnungsvolle Alternative gefeierte Antibiotikatherapie Geschichte wird. Bestenfalls könnte diese Studie eine genauere Einschätzung des Bakterienverhaltens und der Bakterienkommunikation ergeben.
Die Probleme der Forschung liegen im Spannungsfeld von Notwendigkeiten und potentiellen Geldgebern. Im KLartext: Was wäre notwendig zu erforschen und was wird gefördert, entweder durch die Pharmaindustrie oder durch staatliche Institutionen? Notwendig wäre meiner Ansicht nach, wenn wir die Parodontitis behandeln wollen, zunächst eine umfassende Grundlagenforschung zu den Ursachen. Solange wir nicht wissen, welche Faktoren zur Entwicklung der Krankheit beitragen oder maßgebend sind, wie das Wechselspiel von lokaler Entzündung zum Gesamtsystem des Menschen funktioniert, wo die Ursachen und wo die Wirkungen anzusiedeln sind, ist Detailforschung zwar nicht nutzlos, denn sie reichert das Wissen an, wird uns aber nicht weiterhelfen, einen größeren Schritt in Richtung Therapierbarkeit zu gehen.
Insbesondere sollte Parodontitis zu interdisziplinären Forschungsgruppen führen, in denen Parodontologen gemeinsam mit Medizinern verschiedener Fachrichtungen sowie Biochemikern und Genetikern versuchen, die Ursachen zu entschlüsseln. Das komplexe Zusammenspiel sollte im Fokus der Forschung stehen von lokal manchmal sehr sprunghaft verlaufenden Entzündungsprozessen, von kaskadenhaften Reaktionen des Immunsystems, die offensichtlich bereits Rückkopplungsschleifen sind und das Immunsystem unter ständigen Streß setzen, von anderen bislang noch nicht entdeckten Zusammenhängen des gesamten Systems, die ursächlich verantwortlich sein könnten.

Kommen wir nun zu den behandelnden Zahnärzten: Zunächst sollten wir die Frage stellen, warum sich zahlenmäßig so wenige Zahnärzte das Gebiet der Parodontologie als Spezialdisziplin aussuchen angesichts der großen Patientennachfrage? Die Antworten liegen auf der Hand: die Nichtvorhersagbarkeit von Erfolg oder Mißerfolg einer Therapiemaßnahme, die Tatsache, dass eine Parodontitisdiagnose den Patienten zu einem lebenslangen Patienten werden läßt, schließlich auch die kassenärztliche Abrechnung von Maßnahmen. Interessant ist, dass genaue Zahlen nicht vorliegen, wieviel Prozent der Patienten erfolgreiche Therapien hatten, bei welchen Patienten trotz akkurater und richtiger Behandlung keinerlei Erfolge zu verzeichnen sind. Niemand hat diese Statistiken bislang erhoben, und niemanden scheinen sie zu interessieren. Dabei würde nur ein ungeschminkter Blick auf dieses Datenmaterial uns die Möglichkeit eröffnen, ganz neue Perspektiven einzunehmen, alles Bisherige in Frage zu stellen und neue Lösungsansätze dieser multifaktoriellen Erkrankung zu erschließen. Jeder Parodontitis behandelnde Zahnarzt wird diese Zusammenhänge im persönlichen Gespräch sofort bestätigen, von den institutionellen Interessenvertretern der Zahnärzte kann dies nicht erwartet werden, denn dies würde einem Offenbarungseid gleichkommen.

Kommen wir nun zur Situation der Kassen: Angenommen, jeder diagnostizierte Parodontitispatient würde behandelt, welche Auswirkungen hätte dies auf unser Gesundheitssystem? Diese Frage ist sehr einfach zu beantworten: das Gesundheitssystem würde sofort kollabieren und die Kassen müßten Insolvenz anmelden. So einfach ist das also.

Sehen wir uns die kurz-, mittel- und langfristigen Lösungsmöglichkeiten an, kommen wir zu niederschmetternden Ergebnissen: Hoffnung für die vielen leidenden Patienten ist kurzfristig nicht in Sicht. Unsere Cryodent Therapie könnte zu einem wichtigen Therapiebaustein werden, allerdings fehlt unserem kleinen, engagierten Netzwerk bislang die Möglichkeit, aufwendige universitäre Studien durchführen zu lassen. Als Netzwerk schätzen wir unsere Möglichkeiten durchaus realistisch ein: Wir glauben an die Möglichkeiten der Cryotherapie, unterstützt durch die vielen erfolgreichen Behandlungen, aber wir glauben nicht, dass Cryotherapie allein die Parodontitis besiegen wird, dies könnte eine wissenschaftlichee Studie besser analysieren und solange diese nicht vorliegt, wäre eine solche Position angreifbar und wissenschaftlich nicht haltbar.
Unser mittelfristiger Lösungsansatz liegt deshalb, solange keine eindeutigen Grundlagenforschungen weiteren Aufschluß geben, darin, eine sinnvolle Therapie bestehend aus mehreren Therapiebausteinen zu entwickeln. Cryotherapie wird einer dieser Bausteine sein. Insbesondere wird sie wichtig werden für den gesamten Bereich der Prophylaxe oder Vorbeugung, denn hier können heute bereits eindeutige Aussagen getroffen werden: Cryodent beugt dem langsamen Prozeß der Zerstörung des Zahnhalteapparates vor.
Langfristig können wir nur hoffen, dass ein generelles Umdenken diese Krankheit betreffend einsetzt, dass Grundlagenforschnung in der Prioritätenliste ganz oben angesiedelt wird und dass möglichst viele engagierte Zahnärzte einen auf ihren bisherigen Erfahrungen basierenden offenen Austausch beginnen.


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Cryodent CD 1
Gerät ist nun erhältlich




Nach 2-jähriger Entwick- lungs- und Testzeit ist nun die 0-Serie des neuen Cryodent Gerätes in mehreren Zahnarzt- praxen im Einsatz. Das leistungsstarke und funktionell überarbeitete Gerät ist nun exklusiv beim NETZWERK- Cryodent erhältlich.


Patientenflyer
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Für Patienten: Artikel von Dr. Malecki in Gesundheit.com zum Download




Für Zahnärzte: Download Artikel über Periimplantitis DZW 06/09




1. NETZWERK-
Cryodent Workshop



Dr. Malecki (I) links und Dr. Paone (I) rechts berichten von ihren Therapieerfolgen.

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