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    Kälte wird in der Medizin vielfältig eingesetzt, beispielsweise in der Dermatologie und Chirurgie. Mittels Kälte lässt sich Gewebe positiv beeinflussen. Die Entwicklung der Kälte – oder Cryotherapie in der Zahnmedizin reicht zurück bis in die 50er Jahre des letzten Jahrhunderts. Der französische Chirurg Madi behandelte seine Patienten mit einer Mischung aus flüssigem und gasförmigem Stickstoff. Dieses Verfahren setzte sich vor allem wegen einer ungenügenden apparativen Ausstattung nicht durch. Im Jahre 2004 übernahmen der italienische Zahnarzt Dr. Paone und der deutsche Zahnarzt Dr. Malecki den Apparat von Dr. Madi und behandelten in vielen Praxen Parodontitispatienten mit Kältetherapie, mit z.T. erstaunlichen Ergebnissen. Beide waren auch maßgeblich an der Entwicklung des modernen Cryodent-Gerätes beteiligt, welches ohne Gas auskommt und die Kälte durch elektrische Einwirkung bewirkt. An der Behandlungsspitze wird eine Temperatur von -40 Grad erzeugt, das Zahnfleisch wird 8-20 Sekunden jeweils der Kälte ausgesetzt. Das Verfahren ist nahezu schmerzlos. Das entzündete Gewebe wird durch die Kälteeinwirkung zerstört, es bildet sich innerhalb weniger Tage neues Gewebe, welches gut durchblutet ist und keinerlei Schädigungen aufweist. Die genaue Wirkweise der Therapie wird von den Mitgliedern im NETZWERK-Cryodent näher untersucht, viele Aspekte sind noch weiteren Untersuchungen und Studien vorbehalten. Wir wissen heute, dass Cryodent einen sehr positiven Einfluss auf die Krankheitsentwicklung nimmt, wir wissen nur noch nicht genau, warum dies so ist. Eine jüngere Hypothese besagt, dass neben der Neubildung von Gewebe und der Reduzierung der Taschentiefen auch die Bakterienkommunikation durch den Kälteschock gestört wird, was die Bakterienaktivität stark reduziert. Ziel der Kältetherapie ist nämlich nicht, die Bakterien der Mundschleimhaut zu zerstören, sondern ihr unkontrolliertes Wachstum zu behindern. Kältetherapie ist keine Alternative zu den anderen Therapieverfahren für die Parodontitisbehandlung, vielmehr ist sie eine willkommene Ergänzung, die den Krankheitsverlauf verlangsamt und oft sogar stoppen kann. Cryodent kann sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung von Parodontitis eingesetzt werden.

     

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